Redebeitrag zu der Klinikums Thematik
Der folgende Text ist der Redebeitrag von Linnéa Hümmer, die für Die Linke Forchheim im Stadtrat sitzt, bezüglich der Diskussion um die Abgabe des Klinikums an den Landkreis.
Sehr geehrte Kolleg*innen, Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Hebendanz.
Heute geht's ums Krankenhaus und dazu haben wir einiges zu sagen.
Längst wird geplantes Kliniksterben als Begriff in Bundesweiten Debatten benannt. Unser Klinikum schreibt große Defizite machen wir uns nichts vor. Dass das ganze politisch gemacht ist sind wir uns glaub ich auch einig. Die Kommunen bekommen zu wenig Geld für immer mehr werdende Aufgaben. Den Landkreisen geht's in vielen Bereichen nicht anders. Es ist ein Geschachere und Rumgeschiebe von Pflicht- und freiwilligen Leistungen um irgendwie den Haushalt zu retten.
Aber werden wir Mal konkret und pragmatisch unverblümt. Egal wer's finanziert, mit der aktuellen unsicheren Lage der Krankenhausreform wird das Klinikum Kosten. Und so wie wir's auf den Landkreis abwerfen können, könnten dies Privatisieren, so wie Coburg, so wie mittlerweile 40 Prozent der Kliniken, zum Großteil vorher Kommunal geführt. Mit gravierenden Folgen (gerne mache ich zu den Folgen von Klinikprivatisierungen einen Exkurs bei Bedarf aber ich gehe davon aus, dass der Großteil es hier weiß). Dass wir das Klinikum städtisch in der Form nicht mehr halten können das muss selbst ich als Linke Stadträtin einsehen. Mit dem Zusatz "nicht in dieser Form". Der Landkreis hat finanziell mehr Mittel und hat die Medizinische Akutversorgung als Pflichtaufgabe, kann aber mit einer Andienung nicht rechnen, und die Kommunen deren Kreisumlage steigt ebenfalls nicht.
All das muss so schnell entschieden werden, braucht doch die Stadt Forchheim unbedingt die 7,5 Millionen des Vorjahres zurück um den Haushalt zu retten. 7,5 Millionen die goldenen 7,5 Millionen, die Vielleicht halt auch einfach ein Ammenmärchen sein könnten. Wir würden zum einen rückwirkend trotzdem die gestiegene Kreisumlage zahlen müssen, sind das schon mal keine 7,5 Millionen mehr. Und zum anderen grenzt unserer Einschätzung nach die Abwicklung des Andienens in 2026 an die Grenze des Unmöglichen.
Und jetzt kommen wir doch Mal zur einzigen realistischen Lösung;
Wir alle wollen, dass wir und unsere Kinder, Nachbarn und Freunde unter anderem hier eine gute Notfallversorgung haben, Reminder: eine Notfallversorgung kann bei einer Privatisierung auch bedeuten “wir stabilisieren irgendwie bis die Person wieder Transportfähig ist und wir sie nach Erlangen oder Bamberg bringen können”, ich will's nur erwähnt haben. Die einzige Lösung kann es sein, dass wir alle, die hier zum Teil in Doppelrollen sind, Kreis und Stadtrat, Aufsichtsrat endlich zusammenfinden und gemeinsame Lösungen suchen. Natürlich sehe ich ein, dass im ersten Schritt angedient werden muss, aber bitte mit offenen Armen für gemeinsame Lösungen und damit verbundenen Verhandlungen zwischen Landkreis und Stadt.
Wir alle außer die FDP wissen doch, dass Privatisierungen von Krankenhäusern meist mit schlechterer Bezahlung, einer drastischen Reduzierung der Betten, spezifischerer Versorgung mit viel geringerem Angebot und einem Wegfall von nicht rentablen Bereichen, die meist die wichtigsten für unseren Landkreis und unserer Stadt sind. Wir haben nicht so lange daran festgehalten unser kommunales Krankenhaus auch so zu halten.
Wir haben 7,5 zu verlieren (oder bereits verloren, wie wir es denken, das ist Auslegungssache) aber an so viel Stärke zu gewinnen. Mit zwei neuen Gesichtern an der Spitze unseres Landkreises und unserer Stadt sollten gemeinsame konstruktive Gespräche möglich sein, um gemeinsam dafür zu sorgen es fair verteilt auf allen Schultern zu tragen und das Krankenhaus so auch langfristig wirklich kommunal zu halten.
Wir als Linke sprechen uns für eine Andienung ausschließlich unter der Bedingung der zeitgleichen konstruktiven Verhandlungen mit dem Landkreis zur Findung alternativer gemeinsamer Lösungen aus.
Vielen Dank, und Privatisierungen sind wirklich mies das wollen wir hier nicht, vertrauen Sie mir Werte Kolleg*innen.
Erster Antrag unserer Stadträtin in Forchheim
Bei der Konstituierenden Stadtratssitzung stellte Linnéa Hümmer direkt ihren ersten Antrag (siehe PDF im Anhang). Der Änderungsantrag für die neue Geschäftsordnung beschäftigt sich mit dem neu eingeführten Ordnungsgeld, dessen Höhe, Anwendungspunkte und der Aufzeichnung der Stadtratssitzungen.
Vereidigung der neuen Stadträtin Linnéa Hümmer
Am 12.05.2026 war die Konstituierende Sitzung des Forchheimer Stadtrats. Dort wurden alle neuen Stadtratsmitglieder von der Amtierenden Oberbürgermeisterin vereidigt, unter anderem Linnéa Hümmer die zukünftig die Linke im Stadtrat vertreten wird. Da sie als einziges Mitglied der Linken im Forchheimer Stadtrat vertreten ist, und laut der Berechnung für die Ausschussplatz Verteilung man erst ab zwei Stadtratsmitgliedern Ausschüsse besetzen kann sind die Einflussnahme und Handlungsmöglichkeiten sehr begrenzt. Dennoch steht der gesamte Kreisverband geschlossen hinter Linnéa und wird sie in den nächsten 6 Jahren der Legislatur fleißig bei ihrer Konstruktiven Arbeit unterstützen.

